11. Evaluation

Als Projekt ist das Wissensmanagement-Vorhaben abgeschlossen, sobald es in den Alltagsbetrieb übergeht. Die erlernten Methoden und das Wissensmanagement-System werden zum festen Bestandteil der Arbeit im Unternehmen.

Aber woher weiß man, ob das Projekt auch wirklich erfolgreich war? Bei einer Investition schauen die Controller/innen auf den „Return on Investment“ und bei Fortbildungen erwartet man ein Zertifikat für eine bestandene Prüfung. Wie aber evaluiert man den Erfolg im Wissensmanagement?

Diese Frage lässt sich ebenso wenig pauschal beantworten wie die Frage nach dem idealen Vorgehen zur Lösung der Wissensmanagement-Probleme. Die Prozessbegleiter/innen im Projekt BerLearner schlagen für die Evaluation verschiedene Strategien vor:

  • Wenn die Ziele eines Wissensmanagement-Projekts festlegt werden, fixiert man gleichzeitig Kriterien, an denen die Erreichung der Ziele gemessen werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass auch Wissensmanagement-Projekte eine Eigendynamik entwickeln und man bei der Veränderung der Ziele auch die Erfolgskriterien anpassen muss.
  • Berater/innen bzw. Prozessbegleiter/innen können das Unternehmen bei der Einschätzung der Zielerreichung unterstützen. Dank ihrer Erfahrung und Expertise können sie gut einschätzen, ob das Projekt eine Wissensmanagement-Lösung hervorgebracht hat, das auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt ist.
  • Außerdem lässt sich der subjektive Eindruck der Projektbeteiligten zum Projekterfolg als Feedback erfassen (vgl. hierzu Kapitel 10).
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Tipp: Das Erkunden der subjektiven Eindrücke kann durch ein Forschungsinterview unterstützt werden. Für die Gruppe der unmittelbar betroffenen Mitarbeiter/innen und Vorgesetzten bietet sich ein leitfadengestütztes Interview mit offenen Fragen an. Einige Fragen aus dem BerLearner-Interviewleitfaden von MMB finden Sie nachfolgend:

  1. Als Sie sich entschieden haben, ein Projekt zum Thema Wissensmanagement durchzuführen – wie sah damals Ihr Bedarf an Wissensmanagement aus?
  2. Welche Lösungen im Wissensmanagement konnten Sie sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen? Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Wofür wollten Sie die Wissensmanagement-Lösung verwenden?
  3. Welche Zielgruppen stehen im Mittelpunkt Ihres Wissensmanagement-Projekts? Warum sollten genau diese Zielgruppen einbezogen und gefördert werden?
  4. Wenn Sie noch einmal auf Ihre Ziele vor der Einführung von Wissensmanagement zurückschauen – was ließ sich (bisher) gut umsetzen bzw. verwirklichen?
  5. Und was ließ sich nicht so gut umsetzen bzw. verwirklichen?
  6. An welcher Stelle haben Sie externe Unterstützung benötigt/war die externe Unterstützung für Sie besonders wichtig – z. B. durch die Prozessbegleiter des Projekts BerLearner? Inwiefern hat Sie die Prozessbegleitung in Ihrem Projektansatz vorangebracht?
  7. Wenn Sie noch einmal an Ihre Erwartungen zu Beginn des Projekts denken – inwieweit haben sie sich bis zum Ende des Projekts erfüllt? Und inwieweit haben sie sich nicht erfüllt?
  8. Inwieweit konnten Ihre Mitarbeiter/innen durch das Projekt Kompetenzen erwerben und/oder ausbauen?
  9. Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeiter/innen mit Ihrer Unternehmens-Lösung für das Wissensmanagement?

Ein Weg zur Einschätzung des Unternehmenswissens, der über die bloße Messung des Projekterfolgs hinausgeht, ist die Erstellung einer Wissensbilanz: Eine Wissensbilanz erfasst und bewertet die immateriellen Vermögenswerte eines Unternehmens bzw. einer Organisation und weist diese in strukturierter Form aus.

Dargestellt wird in der Wissensbilanz das intellektuelle Kapital eines Unternehmens bzw. einer Organisation. Das Ergebnis des Analyse- und Bewertungsprozesses ist die Wissensbilanz. Das intellektuelle Kapital besteht aus den drei Grundkomponenten

  • Humankapital
  • Strukturkapital
  • Beziehungskapital

Neben der monetären Bilanz eines Geschäftsjahrs weist die Wissensbilanz nicht nur den Ist-Zustand aus, sondern zeigt auch Entwicklungspotentiale für das Unternehmen auf. Insofern ist es auch ein strategisches Führungsinstrument des Managements.

Die Erstellung einer Wissensbilanz erfolgt in acht Schritten (Quelle: „Wissensbilanz - Made in Germany. Wissen als Chance für den Mittelstand“, BMWi, 2008, S.16/17):

  • Geschäftsmodell beschreiben
  • Intellektuelles Kapital definieren
  • Intellektuelles Kapital bewerten
  • Intellektuelles Kapital messen
  • Wirkungszusammenhänge erfassen
  • Analyseergebnisse bewerten
  • Maßnahmen ableiten
  • Wissensbilanz erstellen und kommunizieren
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Tipp: Auch bei der Erstellung einer Wissensbilanz empfehlen wir ihnen externe professionelle Hilfe. Das C & Q Bildungszentrum Haberhauffe steht Ihnen als Mitglied des „Bundesverbands Wissensbilanzierung“ gern mit seiner Erfahrung und Dienstleistung zur Verfügung.

Die Befragung der BerLearner-Teilnehmer/innen hat gezeigt, dass sie die Auseinandersetzung mit Wissensmanagement als vielseitige Bereicherung für ihr Unternehmen ansehen – auch wenn noch viel Arbeit in die Weiterentwicklung des Wissensmanagements fließen wird.

Konnten wir Sie auf das spannende Thema Wissensmanagement neugierig machen und sehen Sie Anknüpfungspunkte für Ihr Unternehmen?

Nutzen Sie unsere kostenfreien Aufschlussberatungen, um mehr zu unserem Beratungs- und Weiterbildungsangebot zu erfahren. Bei Fragen rund um die Themen Wissensmanagement, Fachkräfte- und Unternehmensentwicklung steht Ihnen das Team des C & Q Bildungszentrums Haberhauffe gern zur Verfügung.

Ihr BerLearner-Team
des C & Q Bildungszentrums Haberhauffe

Evaluations-Grafiken des MMB Instituts aus dem Projekt BerLearner finden Sie exemplarisch hier.



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