6. Kompetenzentwicklung

„Keine Einführung von Wissensmanagement ohne Kompetenzerwerb!“ lautet die Quintessenz aus den Erfahrungen der BerLearner-Projektunternehmen. Mit der Einführung von Wissensmanagement entsteht oftmals erst ein Bewusstsein für den Wert von Weiterbildung, denn die Auseinandersetzung mit alltäglichen Abläufen zeigt auch brachliegende Kompetenzen oder Kompetenzdefizite auf.

Die Schulung der Mitarbeiter/innen trägt maßgeblich zum Erfolg eines Wissensmanagement-Projekts bei. Wesentlich sind dabei die Kompetenzen, die die Beteiligten erwerben müssen, um mit dem Wissensmanagement-Werkzeugen umgehen zu können. Erfolgsrelevant sind aber auch solche Kompetenzen, die sie durch die Auseinandersetzung mit dem Wissensmanagement erlernen und in einem anderen Unternehmenskontext anwenden können.

Die BerLearner-Unternehmen nutzten u. a. folgende Kursangebote des C & Q Bildungszentrums Haberhauffe, um wichtige Voraussetzungen für die Projektentwicklung und -durchführung zu schaffen:

  • Kommunikation in Teams und mit Kunden
  • Change Management
  • Mitarbeiterführung und -motivation
  • Stressmanagement
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Wissensmanagement und Wissenstransfer
  • Semantisches Dokumentenmanagement
  • Projektmanagement
  • Qualitätsmanagement

Konkrete Kompetenzen, die Mitarbeiter/innen insbesondere im Rahmen der Prozessbegleitung in ihrem Arbeitsumfeld erworben haben, sind neben einer verbesserten IT-Kompetenz u. a.:

  • Fähigkeit, sich über die eigene Tätigkeit klar zu werden und sie in kurze Texte (Mikroartikel) zu fassen
  • Fertigkeit, eigene Dokumente und sonstige Dateien sinnvoll zu klassifizieren (Semantisches Dokumentenmanagement)
  • Verständnis für die Tätigkeiten der Kollegen/innen zu entwickeln und dadurch z.B. -Projektarbeit in Teams erfolgreicher zu machen
  • Bereitschaft, Wissen weiterzugeben um einen Mehrwert für das Unternehmen zu erzielen
  • Offenheit für Feedback zugunsten einer transparenten Unternehmenskultur

Die Weiterbildungsmaßnahmen wurden als Präsenzseminare bzw. in Form von gemischtem Lernen (Blended Learning) angeboten. Bemerkenswert hierbei: Obwohl die Projektbeteiligten durchaus technikaffin sind, zogen viele Interessenten/innen das Präsenzlernen dem Online-Lernen vor!

„Vor die Wahl gestellt, würde ich immer Präsenzangebote wählen – schon wegen der direkten persönlichen Kontakte.“

„Wir haben unsere Mitarbeiter lieber (für Präsenzseminare – Anm. d. Red.) freigestellt. Das kann man nicht nebenher machen.“

Natürlich sind bei der Akzeptanz von Weiterbildung auch die Qualifizierungskosten als wichtiger Faktor zu berücksichtigen: Aufgrund der ESF-Förderung des BerLearner-Projekts waren die Kosten für Seminare und Online-Lernangebote ebenso wie die Kosten für die Prozessbegleitung mit dem einmalig zu entrichtenden finanziellen Firmen-Eigenanteil von 750,- € abgedeckt. Außerhalb von Förderprojekten überlegen Verantwortliche noch genauer, welche Mitarbeiter/innen für welchen Zeitraum Schulungen besuchen können. Erfahrungsgemäß erhöhen die Kosten aber auch den Verbindlichkeitscharakter des Lernens – was viel Geld kostet, hat für Vorgesetzte und Mitarbeiter/innen oftmals eine höhere Wertigkeit.

Ziel der Weiterbildungsangebote im Projekt war es, die in den Seminaren vermittelten Kompetenzen auch in anderen Zusammenhängen anwenden zu können. Umso erfreulicher ist es, dass die Teilnehmer/innen nach eigenen Aussagen das Gelernte jetzt auch tatsächlich in vielfältigen Arbeitssituationen nutzen. So beeinflusste die Beschäftigung mit Wissensmanagement u. a. die Art der Verkaufsgespräche:

Der Geschäftsführer eines Dienstleistungsunternehmens ist mit der spürbaren Veränderung der Kompetenzen seiner Mitarbeiter/innen sehr zufrieden: Nach seiner Einschätzung hat sich die Denkweise der Mitarbeiter/innen durch die Einführung des Wissensmanagement-Systems verändert. Die Argumentation gegenüber dem Kunden ist nicht mehr in erster Linie technisch, sondern zunehmend auch ökonomisch orientiert, z. B. hinsichtlich der Einsparung von Energie und Ressourcen.

Die Einführung von Wissensmanagement führte in diesem Fall also zu einer professionelleren Beratung. Das Wissensmanagement-System veränderte den Umgang mit Wissen und wirkte sich auf alle Prozesse aus – bis hin zum grundlegenden Denken der Mitarbeiter/innen in ihrer täglichen Arbeit.

.135187965/mediaasset.html?v=medium

Tipp: Nutzen Sie ein Wissensmanagement-Projekt, um auch jene Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter/innen zu mobilisieren, die nicht in Kursen geschult werden können.



Navigation

Not logged in