4. Veränderungsbedarf und Ideenfindung

Nach der Problemanalyse im Kontext des Wissensmanagements helfen drei Leitfragen die Zielstellungen der Pilotprojekte zu schärfen:

  1. Was ist das Ziel des Wissensmanagement-Projekts - was soll sich im Unternehmen ändern?
  2. Wie soll dieses Ziel erreicht werden?
  3. Welche Zielgruppen im Unternehmen sind von den Maßnahmen betroffen bzw. müssen einbezogen werden?

Auf die Fragen lassen sich keine pauschalen Antworten geben. Hier hat jedes Unternehmen seine individuellen Merkmale und Bedürfnisse – auch die Lösungsansätze fallen deshalb unterschiedlich aus. Grundsätzlich lassen sich zwei Zielsetzungen gut miteinander kombinieren:

  • Unmittelbar auf das Wissensmanagement bezogene Ziele (z. B. Einführung eines Dokumentenmanagements, Etablieren eines Kollaborationssystems, Wissenstransfer)
  • Daraus resultierende Erreichung von Unternehmenszielen (z. B. stärkere Mitarbeiterbindung, Entlastung bestimmter Mitarbeiter/innen, größere Transparenz gegenüber den Kunden/innen, verbesserte Einhaltung von Qualitätsstandards).

Folgende Ziele hatten bei den BerLearner-Projekten die höchste Priorität:

  • Dokumentation und Aufbereitung von Wissen
  • Einführung von webgestütztem Wissensmanagement
  • Projekt- und Qualitätsmanagement
  • Informations- und Erfahrungsaustausch
  • Teamentwicklung (Kollaboration, Kommunikation)
  • Kompetenzentwicklung (Lernen, Qualifizierung)
  • Ideenfindung und Projektentwicklung
  • Change Management

Im Vordergrund der Unternehmensprojekte stand die Entwicklung des Wissensmanagement-Konzepts selbst, gefolgt von der Erreichung eines besseren Projekt- und Qualitätsmanagements sowie des verbesserten Informations- und Erfahrungsaustauschs. Entsprechende Trainings in den Unternehmen oder berufsbegleitend halfen, diese Themen künftig souveräner zu beherrschen.

Dabei ist den Unternehmen klar, dass das Wissensmanagement keine solitäre Maßnahme ist, von der alle anderen Prozesse im Unternehmen unberührt bleiben. Einige Unternehmen wollten sich diesen Effekt sogar ganz bewusst zunutze machen. Bei ihnen bestand der ausdrückliche Wunsch, durch Veränderungsprozesse im Wissensmanagement auch andere Aspekte im Unternehmen einem Wandel zu unterziehen:

„Wir hatten das Ziel, durch dieses Projekt im Unternehmen etwas anzustoßen. Es sollte ein kreativer Austausch zwischen den Abteilungen entstehen“.

„Wir möchten unsere Firma mit dem Wissen von innen nach außen besser darstellen“

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Tipp: Im BerLearner-Projekt hat es sich bewährt, bei der Lösungsfindung nicht vordergründig von der Technik (z.B. Software für das Wissensmanagement) auszugehen. Nehmen Sie sich bei der Einführung von Wissensmanagement die Zeit, zunächst die Veränderungsprozesse in den Mittelpunkt zu stellen und prüfen Sie in einem späteren Schritt, welche technische Maßnahme am besten zur Lösung des Problems beitragen kann.

Auch gibt es immer Aspekte, die sich nicht von vornherein ändern lassen, beispielsweise den dominierenden Management-Stil von Führungskräften. Deshalb konzentrieren Sie sich in dieser Situation auf die fachlichen Aspekte des Wissensmanagements! Ob ein solches Projekt langfristig erfolgreich ist, hängt letztlich dann zwar doch von der Unternehmenskultur und dem Management des Unternehmens ab. Aber geben Sie sich und Ihrem Team Zeit für solch gravierende Veränderungen!



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